Konzern und Holding
Ein Konzern ist der Zusammenschluss rechtlich selbstständiger Unternehmen unter einer einheitlichen Leitung. Eine Holding ist eine besondere Form des Konzerns, bei der die Muttergesellschaft Beteiligungen hält und die strategische Führung übernimmt.
Struktur
- Konzern: Über- und Unterordnungsverhältnis; die Muttergesellschaft kontrolliert die Tochterunternehmen
- Holding-Typen:
- Reine Holding: Verwaltung von Beteiligungen
- Operative Holding: Eigene Geschäftstätigkeiten
Formen von Konzernen
Unterordnungskonzern
- Eine Muttergesellschaft bestimmt die strategischen Entscheidungen
- Tochterunternehmen bleiben rechtlich selbstständig, sind aber wirtschaftlich abhängig
- Beispiel: Volkswagen AG mit Audi, Porsche, Skoda
Gleichordnungskonzern
- Keine dominierende Muttergesellschaft
- Unternehmen besitzen gegenseitige Beteiligungen oder gemeinsame Leitung
- Machtverhältnisse ausgeglichener, seltene Form
Auswirkung auf die Selbstständigkeit
- Rechtlich: Tochterunternehmen bleiben eigenständige Rechtssubjekte
- Wirtschaftlich: Sie unterliegen der zentralen Leitung des Konzerns
Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Finanzielle Stärke und Marktmacht | Verlust unternehmerischer Selbstständigkeit |
| Gemeinsame Strategien | Gefahr von Machtmissbrauch |
| Nutzung von Synergien | Komplexe Verwaltung |
| Risikostreuung | Geringerer Wettbewerb |
| Leichtere Kapitalbeschaffung | Konflikte zwischen Konzern- und Eigeninteressen |
Beispiele
- Oetker-Gruppe: Diversifizierte Struktur (Lebensmittel, Schifffahrt, Hotellerie)
- Procter & Gamble: Internationaler Konsumgüterkonzern (Pampers, Gillette, Ariel)
- Nestlé: Weltweit größter Lebensmittelkonzern (KitKat, Nescafé, Maggi)
- Volkswagen AG: Besitzt Audi, Porsche, Skoda