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Analysemethoden im Problem Management

Überblick

Diese Methoden werden im Problem Management eingesetzt, um die Grundursache eines Problems systematisch zu finden.

Methode der 5 Warum (5-Why-Methode, 5-W-Methode)

Ziel: Die Grundursache eines Problems finden, indem immer tiefer nachgefragt wird. Jede Antwort wird zur nächsten Frage. Fünf Iterationen sind in der Regel ausreichend.

Beispiel (Druckerproblem):

SchrittFrageAntwort
ProblemDer Drucker druckt nicht richtig
Warum?Warum druckt der Drucker nicht richtig?Er zeigt nicht alle Zeichen deutlich an / nicht klar lesbar
Warum?Warum zeigt er nicht alle Zeichen deutlich an?Die Tinte ist nicht gut
Warum?Warum ist die Tinte nicht gut?Sie schmiert und druckt manchmal nicht
Warum?Warum schmiert sie und druckt manchmal nicht?Der Toner hat eine schlechte Qualität
Warum?Warum hat der Toner eine schlechte Qualität?Ich habe den billigsten Toner gekauft (Grundursache)

Ishikawa-Diagramm (Fischgrätendiagramm)

Das Ishikawa-Diagramm (auch Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Fischgrätendiagramm) wurde von dem japanischen Wissenschaftler Kaoru Ishikawa in den 1940er-Jahren entwickelt. Es visualisiert die Ursachen eines Problems.

Aufbau:

  • Horizontaler Pfeil nach rechts => Problembeschreibung an der Spitze (die Wirkung)
  • Schräge Pfeile auf dem horizontalen Pfeil => Haupteinflussgrößen (die „Gräten")
  • Kleinere Pfeile an den schrägen Hauptpfeilen => Nebenursachen

Bedeutung der Pfeile: Jeder Pfeil „trägt dazu bei, dass..." die an der Spitze beschriebene Wirkung eintritt.

Haupteinflussgrößen (8M)

  • Mensch
  • Maschine
  • Material
  • Methode
  • Management
  • Mitwelt
  • Messung
  • Money

Auch andere Einflusskategorien sind je nach Problem möglich.

Vorgehen beim Erstellen

  1. Problembeschreibung an die Spitze des horizontalen Pfeils schreiben (ganz rechts)
  2. Haupteinflussgrößen festlegen (8M)
  3. Hauptursachen per Brainstorming im Team ermitteln (als Pfeile parallel zum horizontalen Pfeil einzeichnen)
  4. Nebenursachen für jede Hauptursache finden (als schräge Pfeile von der jeweiligen Hauptursache abzweigend)

DMAIC-Zyklus

Der DMAIC-Zyklus wird für komplexe Probleme und Projekte eingesetzt. Das Akronym steht für die fünf Phasen:

PhaseLeitfrageMethoden / Werkzeuge
Definieren (Define)Was ist das Problem?Kundenrückmeldungen, Definition von Problem und Umfang, KPI-Analyse, RACI-Matrix
Messen (Measure)Wie groß ist das Problem?Ermittlung der IST-Situation, SLA-Vereinbarungen prüfen, Eskalationsstufe klären
Analysieren (Analyse)Was sind die Hauptursachen?Methode der 5 Warum, Kundenbefragungen, Fehlerdatenbank, Ishikawa-Diagramm
Verbessern (Improve)Kann man eine Lösung entwickeln?Simulationen, Testläufe, Lösungsmatrix, Ishikawa-Diagramm
Steuern (Control)Kann man die Verbesserung absichern?Monitoring, Service-Management-System

Problemlösungsmatrix / Ursachen-Wirkungs-Matrix

Die Ursachen-Wirkungs-Matrix (nach der Kepner-Tregoe-Methode) analysiert ein Problem entlang vier Dimensionen. Durch den Vergleich von „Ist" mit „Ist nicht" werden mögliche Ursachen systematisch eingegrenzt:

DimensionIst (das Problem)Ist nicht (das Problem)AbweichungMögliche Ursache
Identifizieren (Was)Was ist das Problem?Was ist nicht das Problem?Wie ist der Unterschied zwischen Ist- und Soll-Zustand?Was ist die mögliche Ursache?
Lokalisieren (Wo)Wo tritt das Problem auf?Wo tritt es nicht auf?Was ist am Ort anders?Was ist die mögliche Ursache?
Zeitpunkt (Wann)Wann trat das Problem auf?Wann trat es nicht auf?Was war zu dem Zeitpunkt anders?Was ist die mögliche Ursache?
Bedeutung (Wie viel)Wie groß / weitreichend ist das Problem?Wie klein oder begrenzt ist es?Was ist der Unterschied im Umfang?Was ist die mögliche Ursache?