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Release Management

Überblick

Das Release Management ist die vierte Stufe des ITSM und die Fortsetzung des Change Managements. Während das Change Management eine Änderung genehmigt und plant, setzt das Release Management diese um und sorgt dabei für eine reibungslose, unterbrechungsfreie Durchführung.

Zusammenhang mit dem Change Management

Change ManagementRelease Management
Genehmigt und plant ÄnderungenFührt Änderungen durch
Erstellt den RFCImplementiert den RFC
Entscheidet Was und WannEntscheidet Wie und rollt aus

Release-Paket

Vor dem Rollout wird ein Release-Paket mit allen geplanten Änderungen erstellt. Das Testen erfolgt vorzugsweise an einem CI, das aus dem laufenden Betrieb entnommen, aktualisiert und in einer Testumgebung betrieben wird. Verläuft der Test für eine definierte Zeit ohne Probleme, kann das Release auf alle Zielsysteme ausgerollt werden.

Ein Softwareverteilungssystem hilft, Releases effizient auf viele CIs zu verteilen.

Rollout-Verfahren

Big Bang

Alle Empfänger erhalten das Release gleichzeitig.

Vorteile:

  • Schnellere Gesamtumsetzung
  • Alle Systeme enthalten gleichzeitig das gleiche Update
  • Effizientere Fehlersuche (keine Versionsunterschiede)

Nachteile:

  • Hohes Risiko bei Fehlern (alle Systeme gleichzeitig betroffen)
  • Hohe Belastung der Infrastruktur beim Rollout

Schrittweise (Phased)

Das Release wird zunächst an eine Teilmenge der Empfänger ausgerollt, dann schrittweise an weitere.

Vorteile:

  • Weniger Risiko (nur ein Teil der Systeme betroffen)
  • Fehler werden früher erkannt, ohne große Ausfälle

Nachteile:

  • Einführung dauert länger
  • Unterschiedliche Softwareversionen laufen während der Übergangszeit parallel

Rollback

Wenn ein Release in der Produktivumgebung unerwartet nicht fehlerfrei läuft, sollte jederzeit ein Rollback auf den alten Stand möglich sein. Nach Abschluss des Rollouts wird der Anwender durch die Prozessinstanzen über die Aktualisierung informiert.

Virtuelle Maschinen im Release Management

Virtuelle Maschine (VM): Softwaretechnische Kapselung eines Rechnersystems, die einen realen IT-Rechner auf einem Host-System simuliert.

Vorteile:

  • Kopien lassen sich einfach und risikofrei erstellen, starten und ändern
  • Physische Systeme können in VMs umgewandelt werden (P2V = Physical to Virtual)

Nutzen für das Release Management: Neue Versionen, Updates und Anwendungen können sicher in der VM getestet werden; ältere Versionen lassen sich parallel weiternutzen (Ressourceneffizienz).

ITSM-Prozessüberblick

Die vier ITSM-Stufen greifen als Kette ineinander:

ProzessAufgabe
Incident ManagementNimmt Störungen auf und filtert Probleme heraus
Problem ManagementErmittelt Problemursachen, ermöglicht ggf. einen Workaround
Change ManagementGenehmigt und plant sinnvolle Änderungen
Release ManagementFührt Änderungen sicher durch

Grund für diese Zerlegung: Die Prozessanordnung (Orchestrierung) zielt auf Nachhaltigkeit und bringt Struktur in den komplexen Ablauf.

ITSM-Prozesse und IMAC/R/D-Phasen

IMAC/R/D-TätigkeitZuständige ITSM-Prozesse
WartungChange Management, Release Management
InspektionProblem Management, Change Management, Release Management
InstandsetzungIncident Management, Problem Management, Change Management, Release Management
VerbesserungChange Management, Release Management