Angebotsvergleich
Überblick
Ein Angebotsvergleich wird in der Beschaffung genutzt, um zwei oder mehr Lieferantenangebote zu vergleichen, um den besten Deal zu finden. Der Prozess involviert den quantitativen (messbar, kostenbasiert) und den qualitativen (kriterienbasierten) Vergleich.
Quantitativer Vergleich
Der quantitative Vergleich fokussiert sich auf messbare finanzielle Faktoren:
- Einkaufspreis / Preis pro Stück: Der Einzelpreis/Grundpreis des Produkts oder Services
- Versand- und Verarbeitungskosten: Zusätzliche Kosten für Versand und Verarbeitung
- Rabatt: Wird auf den Listenpreis angewandt, normalerweise basierend auf der Einkaufsmenge oder der Beziehung zum Lieferanten
- Skonto: Ein zweiter Rabatt, der für eine frühzeitige Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist gewährt wird
- Zahlungsbedingungen: Fälligkeitstermine und Bedingungen, die sich auf die Gesamtkosten auswirken
Qualitativer Vergleich
Der qualitative Vergleich bewertet nicht-finanzielle Kriterien welche schwerer zu quantifizieren sind, aber genauso wichtig:
- Qualität: Produkt oder Service Qualität, Zertifikationen und Einhaltung von Normen
- Zuverlässigkeit: Verlässlichkeit des Lieferanten und Pünktlichkeit in der Vergangenheit
- Support: Kundendienst, Garantiebedingungen und Antwortzeiten
- Nachhaltigkeit: Umweltstandards, regionale Beschaffung und ethische Praktiken
- Geschäftsbeziehungen: Bereits bestehende Beziehung, Vertrauen und Langzeit Potential
Bewertungsmethode
Wenn qualitative und quantitative Faktoren zu einer Entscheidung führen sollen, kann ein gewichtetes Bewertungsmodell helfen:
- Alle relevanten Kriterien definieren und eine Gewichtung zuweisen (Gewichtung muss sich auf 100% summieren)
- Jeden Lieferanten anhand der Kriterien bewerten (z.B. auf einer Skala von 1-10, oder ein 3-Punkte-System wo 3 = gut, 2 = durchschnittlich, 1 = schlecht)
- Jeden Score mit der Gewichtung multiplizieren, um den gewichteten Score zu erhalten
- Die gewichteten Scores pro Lieferanten zu einem Endergebnis summieren
- Der Lieferant mit dem höchsten Gesamtscore hat das beste Angebot
Dieser Ansatz macht subjektive Kriterien transparenter und vergleichbarer zwischen den Anbietern.
Hinweis: Es gibt keine einheitliche Standardmethode für das Bewertungsmodell. Sowohl bei der Bewertungsskala als auch bei der Berechnung gibt es Variationen:
- Bewertungsskala: Gängige Skalen sind beispielsweise 1-10, 1-5, oder ein 3-Punkte-System (3 = gut, 2 = durchschnittlich, 1 = schlecht)
- Berechnung: Gewichtungen können als ganze Zahlen (z.B.
40 x 8 = 320) oder als Dezimalzahlen (z.B.0.40 x 8 = 3.20). Beide Ansätze führen zu derselben Reihenfolge, nur die Summe unterscheidet sich
Beispiel
Angenommen, wir wollen eine Reihe neuer Laptops für neue Angestellte kaufen. Hier nutzen wir die Skala von 1-10 und die Berechnungsmethode mit ganzen Zahlen, um den besten Lieferanten zu finden.
- Lieferant 1: Günstig, aber mittelmäßige Qualität
- Lieferant 2: Teuer und langsame Lieferung, aber Top Qualität
- Lieferant 3: Ausgewogen mit schneller Lieferung
| Kriterien | Gewichtung | Lieferant 1 | Lieferant 2 | Lieferant 3 |
|---|---|---|---|---|
| Preis (Quantitativ) | 40% | 8 => 320 | 6 => 240 | 7 => 280 |
| Qualität (Qualitativ) | 40% | 6 => 240 | 9 => 360 | 7 => 280 |
| Lieferzeit (Qualitativ) | 20% | 7 => 140 | 5 => 100 | 9 => 180 |
| Summe | 100% | 700 | 700 | 740 |
Ergebnis: In diesem Beispiel erreicht Lieferant 3 den höchsten Score und wäre somit die empfohlene Wahl.