Personenbezogene Daten
Gemäß der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) sind personenbezogene Daten alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen (Art. 4 DSGVO).
Normale personenbezogene Daten
Normale personenbezogene Daten umfassen Informationen, die eine Person direkt oder indirekt identifizieren können:
- Name (Vorname, Nachname)
- Adresse (Straße, Ort, Postleitzahl)
- E-Mail-Adresse
- Telefonnummer
- Geburtsdatum
- IP-Adresse
- Standortdaten
- Online-Kennungen (z. B. Cookies, Geräte-IDs)
- Bankverbindung oder Kreditkartennummern
- Kunden- oder Mitarbeiternummern
Besonders sensible personenbezogene Daten
Besonders sensible personenbezogene Daten (Art. 9 DSGVO) unterliegen strengeren Verarbeitungsanforderungen. Ihre Verarbeitung ist grundsätzlich untersagt, sofern kein spezifischer Ausnahmegrund greift:
- Rassische oder ethnische Herkunft
- Politische Meinungen
- Religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen
- Gewerkschaftszugehörigkeit
- Genetische Daten
- Biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung (z. B. Fingerabdrücke, Gesichtserkennung)
- Gesundheitsdaten
- Daten zum Sexualleben oder zur sexuellen Orientierung
Rechtsgrundlagen der Datenverarbeitung (Art. 6 DSGVO)
Unternehmen dürfen personenbezogene Daten nur verarbeiten, wenn mindestens eine der folgenden Rechtsgrundlagen vorliegt:
- Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO): Die betroffene Person hat ihre ausdrückliche, informierte und freiwillige Einwilligung zur Verarbeitung ihrer Daten für einen oder mehrere bestimmte Zwecke erteilt. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
- Vertragserfüllung (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO): Die Verarbeitung ist für die Erfüllung eines Vertrags, dessen Partei die betroffene Person ist, oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich (z. B. Abwicklung eines Kauf- oder Arbeitsvertrags).
- Rechtliche Verpflichtung (Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO): Die Verarbeitung ist zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich (z. B. steuerliche oder buchhalterische Pflichten).
- Lebenswichtige Interessen (Art. 6 Abs. 1 lit. d DSGVO): Die Verarbeitung ist zum Schutz lebenswichtiger Interessen der betroffenen oder einer anderen Person erforderlich (z. B. in einem medizinischen Notfall).
- Öffentliches Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. e DSGVO): Die Verarbeitung ist für die Wahrnehmung einer Aufgabe erforderlich, die im öffentlichen Interesse liegt oder in Ausübung öffentlicher Gewalt erfolgt.
- Berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO): Die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen, Grundrechte oder Grundfreiheiten der betroffenen Person überwiegen. Es ist eine Interessenabwägung erforderlich; Behörden können sich auf diese Grundlage nicht berufen. (z.B. IT-Sicherheit)
Rechte der Betroffenen
Betroffene Personen haben folgende Rechte bezüglich ihrer personenbezogenen Daten nach der DSGVO:
- Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO): Das Recht, Auskunft darüber zu erhalten, ob personenbezogene Daten verarbeitet werden, und gegebenenfalls eine Kopie dieser Daten sowie Informationen über die Verarbeitung zu erhalten.
- Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO): Das Recht, unrichtige oder unvollständige personenbezogene Daten unverzüglich berichtigen zu lassen.
- Recht auf Löschung / „Recht auf Vergessenwerden" (Art. 17 DSGVO): Das Recht, die Löschung personenbezogener Daten zu verlangen, z. B. wenn diese für den ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt werden, die Einwilligung widerrufen wurde oder die Verarbeitung unrechtmäßig war.
- Recht auf Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18 DSGVO): Das Recht, in bestimmten Fällen die Einschränkung der Verarbeitung zu verlangen, z. B. während die Richtigkeit der Daten bestritten wird.
- Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO): Das Recht, personenbezogene Daten in einem strukturierten, gängigen, maschinenlesbaren Format zu erhalten und an einen anderen Verantwortlichen zu übermitteln (gilt für einwilligungs- oder vertragsbasierte Verarbeitungen).
- Widerspruchsrecht (Art. 21 DSGVO): Das Recht, der Verarbeitung auf Grundlage berechtigter Interessen oder öffentlicher Aufgaben zu widersprechen sowie der Verarbeitung zu Direktmarketingzwecken (dieser Widerspruch ist stets ohne Interessenabwägung zu berücksichtigen).
- Recht auf Schutz vor automatisierten Entscheidungen (Art. 22 DSGVO)g: Das Recht, keiner Entscheidung unterworfen zu werden, die ausschließlich auf einer automatisierten Verarbeitung beruht und rechtliche oder ähnlich bedeutende Wirkungen entfaltet.
- Beschwerderecht (Art. 77 DSGVO): Das Recht, Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde einzureichen, wenn die betroffene Person der Ansicht ist, dass die Verarbeitung gegen die DSGVO verstößt.