Datenbankentwicklungsphasen
Die Entwicklung einer Datenbank wird typischerweise in vier aufeinanderfolgende Phasen unterteilt, wobei jede Phase ein konkreteres Artefakt als die vorherige liefert.
1. Externe Phase
Anforderungen aller zukünftigen Nutzer und Interessengruppen werden gesammelt und analysiert. Ziel ist es zu verstehen, welche Daten das System verwalten muss und welche Operationen es unterstützen soll, ohne bereits über die Struktur der Datenbank nachzudenken.
Typische Ergebnisse sind Anforderungsdokumente und informelle Beschreibungen der Daten und Geschäftsregeln.
2. Konzeptionelle Phase
Die Anforderungen werden in ein abstraktes, implementierungsunabhängiges Datenmodell übersetzt. Das Standardwerkzeug dafür ist das Entity-Relationship-Modell (ERM), das Entitäten, ihre Attribute und die Beziehungen zwischen ihnen abbildet.
Das konzeptionelle Modell ist technologieunabhängig: Es beschreibt, was die Daten darstellen, nicht wie sie gespeichert werden.
3. Semantische Phase
Das konzeptionelle Modell wird verfeinert und formalisiert, indem Integritätsbedingungen, Kardinalitäten und Geschäftsregeln präzise definiert werden. Das ERM wird dann in ein relationales Modell umgewandelt (Tabellen, Spalten, Primärschlüssel, Fremdschlüssel).
Diese Phase umfasst auch die Normalisierung, die Redundanzen und Anomalien beseitigt.
4. Physische Phase
Das relationale Modell wird in einem konkreten DBMS (z.B. PostgreSQL, MySQL) implementiert. Diese Phase umfasst:
- Schreiben von
CREATE TABLE-Anweisungen mit geeigneten Datentypen - Definieren von Indizes zur Optimierung der Abfrageleistung
- Konfigurieren von speicherspezifischen Parametern des gewählten DBMS
- Einrichten von Zugriffskontrollen und Sicherheitsrichtlinien
Das physische Modell ist eng an das Zielsystem gebunden und kann sich zwischen verschiedenen DBMS-Produkten unterscheiden.