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DNS (Domain Name System)

DNS löst DNS-Namen in IP-Adressen auf und umgekehrt. Ein DNS-Name besteht aus zwei Teilen: dem Hostnamen, der einen einzelnen Host identifiziert, und dem Domänennamen, der eine Gruppe von Hosts in einem gemeinsamen Namespace kennzeichnet. Beide werden durch einen Punkt getrennt.

Hierarchie und FQDN​

DNS ist ein hierarchisches System, das von der Wurzel abwärts aufgebaut ist:

  • Root (Stammdomäne) – Die Spitze der Hierarchie (geschrieben als .)
  • Top-Level-Domain (TLD) – z.B. com, net, de, org
  • Second-Level-Domain – z.B. heise in heise.de
  • Subdomain / Host – weitere Ebenen unterhalb der Second-Level-Domain, z.B. www

Sind alle Teile bis zur Root angegeben, ergibt sich der FQDN (Fully Qualified Domain Name), der im Netzwerk eindeutig sein muss, z.B. www.heise.de.

Zonen​

Jeder DNS-Server ist für einen abgegrenzten Teil des Namespace zuständig, der als Zone bezeichnet wird (z.B. heise.de). Der Server, der die Zonendatei verwaltet, besitzt die Autorität für diese Zone.

  • Primäre Zone – Schreib- und Lesezugriff; die autoritative Kopie der Zone.
  • Sekundäre Zone – Eine Read-only-Kopie einer primären Zone (zur Redundanz oder Lastverteilung). Sie kann Abfragen beantworten, aber die Zonendatei nicht aktualisieren.

Zonendaten werden zwischen Servern per Zonenübertragung (zwei DNS-Server ohne Domänencontroller) oder Zonenreplikation (Active-Directory-integrierte Zonen auf Domänencontrollern) ausgetauscht.

Nach Richtung:

  • Forward-Lookup-Zone – Löst Domänennamen in IP-Adressen auf.
  • Reverse-Lookup-Zone – Löst IP-Adressen in Domänennamen auf.

Eintragstypen​

EintragZweck
ADomänenname zu IPv4-Adresse
AAAADomänenname zu IPv6-Adresse
CNAMEAlias, der auf einen anderen Hosteintrag zeigt
SRVLöst einen Dienst zu einer IP-Adresse auf
PTRReverse Lookup: IP-Adresse zu Domänenname

Rekursive vs. iterative Abfragen​

  • Rekursive Abfrage – Der Client sendet diese an seinen Namensserver und erwartet eine endgültige Antwort (die IP-Adresse). Verwaltet der Server die Zone, gibt er eine autorisierte Antwort zurück.
  • Iterative Abfrage – Kann der Server die Anfrage nicht selbst beantworten, fragt er weitere DNS-Server entlang der Hierarchie ab. Jeder verweist ggf. nur auf den nächsten zuständigen Server statt auf die endgültige Antwort, bis der autoritative Server erreicht ist.
  • Caching – Jeder beteiligte Server speichert Ergebnisse in seinem DNS-Cache. Eine aus dem Cache erteilte Antwort gilt als nicht-autorisierte Antwort.

Beispielauflösung (www.example.com)​

  1. Der Client sendet eine rekursive Abfrage an seinen konfigurierten DNS-Server.
  2. Dieser Server ist nicht autoritativ und hat keinen Cache-Eintrag, also sendet er eine iterative Abfrage an einen Root-Namensserver.
  3. Der Root-Server antwortet mit der Adresse des com.-TLD-Namensservers.
  4. Der DNS-Server fragt den com.-Namensserver ab.
  5. Der com.-Server antwortet mit der Adresse des example.com.-Namensservers.
  6. Der DNS-Server fragt den example.com.-Namensserver ab.
  7. Dieser Server, autoritativ für die Zone, antwortet mit der IP-Adresse des FQDN.
  8. Der DNS-Server gibt die IP-Adresse an den Client zurück (und speichert sie im Cache).

HOSTS-Datei​

Für sehr kleine Netzwerke kann statt DNS eine statische HOSTS-Datei (C:\Windows\System32\Drivers\etc\HOSTS) Hostnamen auf IP-Adressen abbilden. Da Active Directory DNS benötigt, findet diese Alternative heute kaum noch Anwendung.

Nützliche Befehle (Client)​

BefehlZweck
ipconfig /displaydnsZeigt den lokalen DNS-Cache an
ipconfig /flushdnsLöscht den lokalen DNS-Cache

Regeln für die Benennung von Windows-Domänen​

  • Für interne Netzwerke eine Subdomain einer offiziellen Internet-Domain verwenden (z.B. media.ct.de statt media.ct.local).
  • Namen möglichst kurz halten (Domänen max. 64 Zeichen).